Mehr Schein als Sein – Gesundes Vollkornbrot?

Vollkornbrot ist gesund, aber nicht jedes dunkles Brot ist auch Vollkorn

Wer sich und seinem Körper schon morgens beim Frühstück etwas Gutes tun möchte, greift wie ich gerne zum gesunden Vollkornbrot. In den Randschichten  des Getreidekorns steckt das Beste, was Weizen, Roggen und co. zu bieten haben – wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und  Selen, verschiedene B-Vitamine, essentielle Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe. Aufgrund dieser Stoffe schützt das volle Korn vor Herzerkrankungen, verschiedene Krebsarten und Diabetes Typ 2. Außerdem wirken gerade die Ballaststoffe positiv auf den Magen-Darm-Trakt und die Darmflora, machen lange satt und helfen dadurch bei der Gewichtskontrolle.

Vollkornbrot

Vollkornbrot – leider nicht immer so gesund wie es aussieht

Viele Brote jedoch, die auf den ersten Blick gesund und vollwertig erscheinen mögen, entpuppen sich leider allzu oft nur als ein mit Malz, Sirup oder Zuckercouleur gefärbtes Weißmehlbrot.  Gerne werden als zusätzliche Tarnung noch einige Körner und Flocken auf das Brot platziert, um den Schein zu wahren.

Wenn ihr jedoch etwas aufpasst und genau hinschaut, könnt ihr diese Täuschung leicht durchschauen. Schon alleine der Name kann ein guter Hinweis sein, denn Fantasiebezeichnungen wie „Weltmeister-“, „Fitness-“, „Goldkorn-“, „Kraft-“, „Mehr-“ hören sich zwar erstmal schön an, sind jedoch verräterisch. Nach dem Gesetzt ist es lediglich erlaubt ein Brot oder Brötchen „Vollkorn“ zu nennen, wenn diese einen Vollkorngetreideanteil von 90% oder mehr besitzen. Sucht aus diesem Grund also immer nach dieser Bezeichnung. Vorsicht jedoch vor dem Begriff „Volles Korn“, hierfür gilt die Regelung nämlich nicht.

Interessant ist auch, dass ein Vollkornbrot nicht unbedingt dunkel ist, wie einem immer suggeriert wird. Weizenvollkornbrot zum Beispiel ist relativ hell – wer wie ich selbst Brot backt, kennt dies.

Melasse

Melasse wird gerne zum Dunkelfärben von Brote verwendet um sie gesünder erscheinen zu lassen (de.wikipedia.org)

Neben den „Färbemitteln“ wie Invertzucker-, Karamell-, Rübensirup, Malzextrakt, Gerstenmalzmehl und Ähnlichem, werden zu unserem Leid außerdem noch gerne weitere Zusatzstoffe ins Brot gemischt. Gerade in abgepackten Broten und Brötchen aus dem Supermarkt werden viele Konservierungsmittel (Ethanol, Sorbinsäure…), Emulgatoren (Natriumacetat,  Glyceride, Lecithine), Stabilisatoren (Calciumsulfat, Guarkernmehl, Pektin) und andere Zusätze wie Backenzyme und Weizenkleber ins Brot gegeben, um eine billigere Herstellung zu ermöglichen und die Haltbarkeit zu erhöhen. Aus diesem Grund solltet ihr immer die Zutatenliste studieren. Aber auch beim traditionellen Bäcker kann man sich längst nicht mehr darauf verlassen, dass das Brot ohne Zusatzstoffe hergestellt wurde, zumal auch nur noch wenige Bäckereien noch den Teig herstellen und backen. Zumeist werden lediglich fertige Teiglinge zu Ende gebacken. Falls ihr euch unsicher seit, ob euer Bäcker noch wirklich selbst backt oder ob womöglich unnötige Zusatzstoffe verwendet werden, fragt ihr am besten nach oder macht euch im Internet kundig.

Was können wir tun?

Trotz aller Widrigkeiten und Schwindeleien müsst ihr euch aber wirklich nicht den Appetit auf ein schönes Vollkornbrot verderben lassen. So könnt ihr ganz einfach selbst euer Brot backen, das passende Rezept findet ihr hier: kerniges Vollkornbrot. Falls ihr jedoch nicht die Zeit und Muße zum Backen habt, braucht ihr trotzdem nicht auf euer Brot verzichten. Beherzigt einfach meine Tipps (Muss: die Bezeichnung „Vollkorn-“) und ihr bekommt auch beim Bäcker oder sogar im Discounter euer Brot. Wobei ihr bei letzteren natürlich oft Einschränkungen im Geschmack und ein mehr an Zusatzstoffen akzeptieren müsst. Wenn ihr wissen möchtet, wo in eurer Nähe noch traditionell Brot hergestellt wird, kann ich euch die Website Zeit Magazin: Karte Bäckereien empfehlen. Es ist jedoch anzumerken, dass die Karte nur durch User-Einträgen entstanden ist, es kann also sein, dass nicht alles stimmt oder Informationen fehlen.

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